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Wie bringe ich es meiner Mutter oder meinem Vater bei?
September 2026 · Anke Boden · Tipps für Angehörige
Sie möchten Ihrer Mutter zeigen, wie WhatsApp funktioniert, oder Ihrem Vater erklären, wie er Fotos verschickt. Aber es endet im Streit, jemand wird ungeduldig, und am Ende ist keiner zufrieden. Das kennen viele Familien. Woran liegt das, und was kann man besser machen?
Warum es mit der eigenen Familie oft schwieriger ist
Das liegt nicht daran, dass Ihre Mutter oder Ihr Vater nicht lernen will. Und es liegt auch nicht daran, dass Sie es schlecht erklären. Es liegt daran, dass die Situation für beide Seiten emotional besetzt ist. Die Kinder wollen helfen, werden aber ungeduldig. Die Eltern wollen nicht als hilflos gelten und sind unter Druck. Das ist kein guter Boden zum Lernen.
Hinzu kommt: Was für uns selbstverständlich ist, ist für jemanden ohne digitalen Hintergrund eine völlig neue Welt. Wir haben das Wischen, Zoomen und Swipen irgendwann nebenbei gelernt, ohne es zu merken. Unsere Eltern müssen es bewusst erlernen, Schritt für Schritt.
„Meine Mutter ist nicht zu alt zum Lernen. Sie braucht nur andere Bedingungen als ich."
So gelingt es besser
1
Suchen Sie sich einen ruhigen Moment aus, ohne Zeitdruck. Kein „schnell mal vorher" und kein „ich muss gleich wieder los".
2
Zeigen Sie immer nur eine einzige Sache. Nicht WhatsApp und Fotos und E-Mail auf einmal. Lieber nur: Wie schreibe ich eine WhatsApp-Nachricht?
3
Lassen Sie die ältere Person selbst machen. Nicht übernehmen, sondern danebensitzen und begleiten. Wer es selbst tut, merkt es sich viel besser.
4
Denselben Ablauf mehrmals wiederholen, an verschiedenen Tagen. Einmal reicht fast nie. Dreimal ist gut. Fünfmal ist besser.
5
Jeden Schritt aufschreiben, in einfachen Worten und groß genug. Den Zettel neben das Handy legen. So kann Ihre Mutter oder Ihr Vater auch dann nachschauen, wenn Sie nicht dabei sind.
6
Loben Sie jeden kleinen Fortschritt. „Super, das hat geklappt!" klingt vielleicht übertrieben, aber es gibt Mut für das nächste Mal.
Was man besser vermeiden sollte
Bitte nicht sagen:
„Das haben wir doch gestern schon erklärt." Oder: „Das ist doch ganz einfach." Oder: „Gib mal her, ich mach das." Solche Sätze kommen gut gemeint an, wirken aber entmutigend. Niemand lernt gut, wenn er sich dabei dumm fühlt.
Der Zettel neben dem Handy
Ich empfehle bei jedem Besuch, die wichtigsten Schritte gemeinsam aufzuschreiben. Nicht als langes Dokument, sondern als kurze, klare Liste. Zum Beispiel für WhatsApp:
1
Das bunte Symbol mit dem Telefon suchen und antippen.
2
Den Namen der gewünschten Person suchen.
3
Unten das Textfeld antippen und die Nachricht schreiben.
4
Den Pfeil rechts drücken, um die Nachricht abzuschicken.
Ein solcher Zettel gibt Sicherheit. Und Sicherheit ist die Grundlage dafür, dass ältere Menschen das Handy wirklich nutzen und nicht nur in der Schublade liegen lassen.
Wenn es mit der Familie nicht klappt
Manchmal ist es einfacher, wenn jemand Fremdes erklärt. Das ist keine Niederlage, sondern ganz normal. Kinder und Eltern haben eine lange gemeinsame Geschichte, und das macht neutrales Erklären manchmal schwierig. Ein Besuch von mir ist oft entspannter für alle Beteiligten, weil keine familiären Erwartungen mitschwingen.
Ich komme gerne vorbei.
Wenn Sie möchten, erkläre ich Ihrer Mutter oder Ihrem Vater alles in Ruhe, Schritt für Schritt. Und ich schreibe die wichtigsten Dinge auf, damit es danach auch alleine klappt.
Rufen Sie mich einfach an:
0172 / 274 99 42
Ich bin im Bachgau und Umgebung unterwegs.