Viele ältere Menschen wünschen sich, mit ihren Enkeln per WhatsApp zu schreiben oder Fotos zu teilen. Doch immer wieder stehen kleine, aber hartnäckige Hürden im Weg. Als digitale Alltagshilfe im Bachgau erlebe ich diese Situationen täglich. Hier sind die fünf häufigsten Schwierigkeiten und was wirklich hilft.
Eines vorab: Erklären alleine reicht nicht. Was wirklich hilft, ist gemeinsam üben, am besten mehrmals. Und ganz wichtig: Die einzelnen Schritte aufschreiben, sodass die ältere Person es danach auch alleine nachlesen kann. Ein kleines Heftchen oder ein Zettel neben dem Handy kann Gold wert sein.
Das klingt simpel, ist es aber nicht. Wischen nach oben, wischen nach rechts, tippen auf den grünen Knopf: Je nach Handy funktioniert das anders. Dazu kommt, dass wer zittrige Hände hat oder die Finger nicht mehr so beweglich sind, sich mit Wischgesten schwer tut. Manchmal klingelt das Handy auch in der Tasche und bis man es herausgezogen hat, ist der Anruf schon weg.
„Ich hab doch geantwortet!" Dieser Satz ist oft der Beginn einer Verwirrung. Manchmal landete die Nachricht im falschen Chat, manchmal wurde sie gar nicht abgeschickt, manchmal liegt sie im Archiv. Für jemanden, der nicht täglich mit dem Handy aufgewachsen ist, ist die Benutzeroberfläche alles andere als selbsterklärend. Viele ältere Menschen wissen auch nicht, dass man nach dem Schreiben noch extra auf „Senden" drücken muss.
Das Foto ist gemacht, aber danach beginnt die Ratlosigkeit. Wo ist es gespeichert? Wie schickt man es? Warum sieht es verschwommen aus? Viele ältere Menschen machen schöne Fotos, wissen aber nicht, wie sie diese mit der Familie teilen können. Manchmal werden Fotos aus Versehen gelöscht, weil man die falsche Schaltfläche berührt. Das ist frustrierend und nimmt die Freude am Fotografieren.
Der Bildschirm dreht sich, die Schrift ist plötzlich riesig, alles ist auf Englisch und niemand weiß, wie das passiert ist. Oft reicht eine unbewusste Geste oder ein versehentlicher Druck auf die falsche Taste. Das verunsichert viele ältere Menschen sehr, weil sie glauben, sie hätten etwas kaputt gemacht. Das ist gut zu verstehen, denn früher galt: Wer an einem Gerät etwas verstellt hat, konnte echten Schaden anrichten.
„Oma, ich bin es, ich brauche dringend Geld." Enkeltrick, Schockanrufe, gefälschte Paketbenachrichtigungen: Senioren sind häufig Ziel von Betrugsversuchen. Das liegt nicht daran, dass sie naiv sind, sondern daran, dass sie in einer Zeit aufgewachsen sind, in der man Fremden noch vertrauen konnte. Diese Angst führt manchmal dazu, dass das Handy gar nicht mehr abgenommen wird, weil man nie weiß, wer dran ist.
Diese fünf Themen begegnen mir wöchentlich bei meiner Arbeit im Bachgau. Und jedes Mal zeigt sich: Mit ein bisschen Geduld, gemeinsamen Üben und einer einfachen schriftlichen Anleitung löst sich fast jedes Problem. Ältere Menschen brauchen etwas mehr Zeit und Wiederholung als Jüngere, das ist ganz normal. Entscheidend ist die Gewissheit, dass man nichts kaputt machen kann.